Aktuelles
Letzter Einsatz
Seit mehr als 200 Jahren ist der Löschbezirk Lisdorf ein wichtiger Bestandteil des Brandschutzes und der Gefahrenabwehr in der Kreisstadt Saarlouis. Der älteste Beleg für eine Lisdorfer Feuerwehr stammt aus dem Jahr 1821: Das Amtsblatt der Regierung zu Trier berichtete über einen Einsatz der „Spritze von Lisdorf“ am 5. Oktober 1821. Mehr zu dem historischen Hintergrund findet sich in unserer
Chronik. Heute ist Lisdorf neben Innenstadt, Ost und West einer von vier Löschbezirken der Freiwilligen Feuerwehr Saarlouis. Diese vier Löschbezirke decken zusammen die acht Stadtteile der Kreisstadt ab; der Löschbezirk Lisdorf ist dabei weitgehend deckungsgleich mit dem Stadtteil Lisdorf. Sämtliche Aufgaben werden ehrenamtlich übernommen.
Derzeit wird der Löschbezirk zu rund 110 Einsätzen pro Jahr alarmiert; 2025 entfielen darauf etwa 1.200 Einsatzstunden. Hinzu kamen im selben Jahr 12.548 weitere Dienststunden für Übungen, Aus- und Fortbildungen, Seminare, Brandschutzerziehung, Einsatzplanung, vorbeugenden Brandschutz und Brandsicherheitswachen; der Großteil davon entfiel auf Aus- und Fortbildung. Aktuelle Einsatzstatistiken und Leistungszahlen sind auf unserer Webseite abrufbar.

Aufgaben und Einsatzgebiet
Für Brandschutz und Technische Hilfeleistung ist der Löschbezirk hauptverantwortlich im Stadtteil Lisdorf zuständig, unterstützend im gesamten Stadtgebiet und bei Bedarf überörtlich, etwa in der Gemeinde Ensdorf. Das Einsatzgebiet deckt sich weitgehend mit den Gemarkungsgrenzen des Stadtteils. Mit einer Fläche von 1.071 Hektar, rund einem Viertel des Saarlouiser Stadtgebiets, ist Lisdorf der flächenmäßig größte Stadtteil der Kreisstadt. Weite Teile, insbesondere die Lisdorfer Aue, werden landwirtschaftlich genutzt; zugleich gewinnen Industrie- und Gewerbeflächen zunehmend an Bedeutung. In Lisdorf leben rund 3.550 Menschen (Stand Ende 2024).
Zum Einsatzgebiet gehören auch Abschnitte der Bundesautobahn A 620 sowie der Bundesstraßen B 51 und B 269n. Darüber hinaus übernimmt der Löschbezirk die Wasserrettung im gesamten Stadtgebiet von Saarlouis. Der Zuständigkeitsbereich umfasst einen rund neun Kilometer langen Abschnitt der Saar von der Stadtgrenze bei Bous bis zum Saarhafen in Roden sowie mehrere stehende Gewässer, darunter die Saaraltarme und der Taffingsweiher. Angehörige des Löschbezirks wirken außerdem im ABC-Zug des Landkreises Saarlouis mit, der aus Teileinheiten der Freiwilligen Feuerwehren Saarlouis und Dillingen besteht.
Das Nebeneinander von Wohnbebauung, Landwirtschaft, Verkehrsinfrastruktur, Einzelhandel und Industrie führt zu einem besonders vielseitigen Einsatzspektrum. Eine leistungsfähige Feuerwehr benötigt hierfür neben geeigneten Fahrzeugen, Geräten und räumlichen Voraussetzungen vor allem ausreichend qualifizierte und verfügbare Einsatzkräfte.
Ein Stadtteil im Wandel
Mit dem Fachmarktstandort „Im Hader“ und dem Industriegebiet „Lisdorfer Berg“ haben Gewerbe und Industrie in Lisdorf stark an Bedeutung gewonnen. „Im Hader“ hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Einzelhandels- und Fachmarktstandort entwickelt. Mit IKEA, Decathlon, dm, Müller, BabyOne und seit August 2025 auch Woolworth sind dort großflächige Verkaufsstätten unterschiedlicher Branchen vertreten.
Von besonderer Bedeutung für das brandschutztechnische Anforderungsprofil ist das Industriegebiet „Lisdorfer Berg“. Es wurde zwischen 2013 und 2017 in drei Bauabschnitten erschlossen und gehört mit rund 95 Hektar erschlossener Fläche zu den größten Industrieansiedlungsflächen im Südwesten Deutschlands. Mehr als 20 Unternehmen haben sich dort angesiedelt, darunter der Küchenhersteller nobilia, der Textildienstleister Mewa, die Lakal GmbH und Helvetia Packaging.
Die Verbindung von großflächigem Einzelhandel sowie Produktions-, Lager- und Logistikbetrieben erweitert das Spektrum möglicher Einsatzlagen. Damit steigen die Anforderungen an die objektbezogene Einsatzplanung, die Orts- und Objektkenntnis, die Ausbildung der Einsatzkräfte sowie die Zusammenarbeit mit anderen Löschbezirken und spezialisierten Einheiten. Für den Löschbezirk bedeutet dies, seine personellen, technischen und räumlichen Strukturen fortlaufend an die Entwicklung des Stadtteils anzupassen.
Eine weitere Entwicklung steht bereits bevor. Bei der Einwohnerbefragung im April 2021 sprachen sich 8.257 Saarlouiserinnen und Saarlouiser für die Erweiterung des Industriegebiets aus, 4.763 stimmten dagegen. Im Herbst 2025 fasste der Stadtrat den Aufstellungsbeschluss für einen zweiten Planungsabschnitt als „Ökologisches Industriegebiet“; vorgesehen sind bis zu 50 Hektar westlich der B 269n. Die geplante Erweiterung wird das Einsatzgebiet und die Anforderungen an den Löschbezirk nochmals erheblich verändern. Die regelmäßige Aktualisierung von Einsatzplänen, die Erkundung neuer Objekte und Zufahrtswege, gemeinsame Übungen und die Abstimmung mit anderen Feuerwehreinheiten gewinnen dadurch ebenso an Bedeutung wie eine vorausschauende Ausbildung, Ausstattung und Infrastruktur.
Nachwuchs und Ausbildung
Auch deshalb sind Nachwuchsförderung und Ausbildung wichtige Eckpfeiler des Löschbezirks. Neben der Jugendfeuerwehr, die seit 1966 und damit seit mehr als 60 Jahren fester Bestandteil des Löschbezirks ist, gibt es seit 2018 eine Kinderfeuerwehr. Dort werden Kinder ab sechs Jahren spielerisch an die Feuerwehr und das ehrenamtliche Engagement herangeführt. Kinder und Jugendliche lernen bei uns, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu handeln und anderen Menschen zu helfen. Kinder- und Jugendfeuerwehr leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Gemeinschaft und schaffen zugleich die Grundlage für die langfristige Sicherung unserer Einsatzbereitschaft.
Öffentlichkeitsarbeit, Brandschutzerziehung und Traditionen
Neben dem regulären Einsatzdienst engagiert sich der Löschbezirk in der Öffentlichkeitsarbeit, der Brandschutzerziehung und der Pflege örtlicher Traditionen. Ob beim alljährlichen Maibaumsetzen, beim „Tag der offenen Tür“ oder bei Veranstaltungen und Übungen in Schulen und Kindergärten: Die Frauen und Männer des Löschbezirks sind im Gemeindeleben präsent. Die Brandschutzerziehung vermittelt Kindern und Jugendlichen Kenntnisse zur Brandvermeidung, zum richtigen Verhalten im Notfall und zum Absetzen eines Notrufs. Öffentliche Veranstaltungen bieten zugleich Gelegenheit, die Arbeit der Feuerwehr kennenzulernen, Fragen zu stellen und mit den Einsatzkräften ins Gespräch zu kommen.
Seit November 2022 richtet der Löschbezirk zudem den jährlichen St. Martinsumzug mit Laternen und abschließendem Martinsfeuer aus. Damit trägt die Feuerwehr zur Bewahrung gewachsener Traditionen bei und schafft Gelegenheiten für Begegnung und Gemeinschaft.
Ehrenamt
Alle diese Aufgaben werden ehrenamtlich übernommen. Die Angehörigen des Löschbezirks investieren dafür neben Beruf, Familie und Alltag einen erheblichen Teil ihrer Freizeit in Einsätze, Ausbildung, Nachwuchsarbeit und Veranstaltungen. Dieses Engagement ist die Grundlage dafür, dass die Feuerwehr jederzeit einsatzbereit ist und sich zugleich aktiv am Gemeindeleben beteiligen kann. Über ihre Einsatzbereitschaft bei Bränden, Unglücks- und Katastrophenfällen hinaus leistet sie damit einen wichtigen Beitrag zum öffentlichen Leben i




